Gemeinschaftliche Projektentwicklung

Der Kompass für gemeinschaftliche Projektentwicklung enthält die Essenz dessen, was benötigt wird, um gemeinschaftliche Projekte erfolgreich und nachhaltig zu entwerfen und vor allem umzusetzen. Er verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der nach einem tiefen Verständnis der Verbundenheit sucht, als Grundbedingung für Lebendigkeit und Dauerhaftigkeit für gesellschaftliches Engagement von Gruppen, in bürgerschaftlichen Projekten, als gelebte Gemeinschaft.

Sieben Aspekte

Mit unserem Kompass haben wir 7 Aspekte identifiziert, auf die zu achten wesentlich ist, um gemeinschaftliche Projekte gelingen zu lassen:

Individuen: Raum und Bewusstsein für persönliche Weiterentwicklung,

Gemeinschaft: Bewusste Pflege des Miteinanders,

Intention: gemeinsame Ausrichtung,

Struktur: Strukturen, die zu Zielen und Werten passen,

Arbeit: Sinnvolle Arbeitsorganisation, Kompetenz und Engagement für die Aufgaben,

Ernte: Auswerten von Erfahrungen, Feiern, Wertschätzen,

Gesellschaft: Kooperationen und achtungsvollen Umgang mit anderen gesellschaftlichen Akteuren.

Die Kernaussage des „Kompass für gemeinschaftliche Projektentwicklung“ ist, dass erfolgreiche gemeinschaftliche Projekte Aufmerksamkeit, Kompetenz und bewusste Weiterentwicklung in all diesen sieben Aspekten brauchen.

Was ist anders als in anderen Projektentwicklungs – Ansätzen?

Die vier Aspekte „Intention“, „Struktur“, Arbeit“, „Ernte“ finden sich mit unterschiedlichsten Namen und  Abgrenzungen in vielen Ansätzen zur Organisationsentwicklung. Ich nenne die Ebene, auf der sich diese vier Aspekte befinden, die „Projektebene“. Hier findet das übliche „Projektmanagement“ statt.

Der Kompass geht aber weiter, er integriert noch andere Handlungsebenen und bringt so die Aspekte „Individuen“, „Gemeinschaft“ und „Gesellschaft“ dazu. Damit richtet er den Fokus auf Aspekte, die im klassischen Projektmanagement oft vergessen werden.

Diese Aspekte werden dafür in Ansätzen, die stark von der Psychologie beeinflusst sind, wie zum Beispiel dem World Work / Deep Democracy verstärkt beleuchtet, wir verbinden sie mit den Ebenen des Projektmanagements.

Die Dualität der Individuen in der Gemeinschaft ist für uns das zentrale Element des Kompass. Wenn es gelingt, dafür Sorge zu tragen, dass die Individuen sich in der Gemeinschaft getragen fühlen und die Gemeinschaft und das Projekt tragen, dann wird das Projekt erfolgreich. Wenn auf dieser Ebene Schwächen sind, schlägt es sofort auf alle anderen Ebenen zurück. Um diese Dualität erfolgreich zum Blühen zu bringen, ist es wichtig, zur Essenz des gemeinsamen Vorhabens, der eigenen Werte und des Miteinanders vorzudringen, und die Konflikte und scheinbaren Gegensätzlichkeiten transparent zu machen und den Punkt zu finden, wo sich die Gegensätzlichkeiten verbinden können und nicht bekämpfen müssen.

Wenn wir betonen, dass die Dualität der Individuen in Gemeinschaft zentral sind, so ist uns trotzdem bewusst, dass Schwächen in der „Projektebene“ (Intention, Struktur, Arbeit, Ernte) einen starken Einfluss nicht nur auf das „Projekt“ selber, sondern auch auf Gemeinschaft und die Individuen in der Gemeinschaft haben – und daher gehört zu unserer Arbeit auch immer ein Blick auf die Projektebene – was gibt es auf dieser Ebene zu verändern, um die Essenz zum Blühen zu bringen?

 

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2 Antworten

  1. Urban, Veit sagt:

    liebe Eva,
    alles gut mit dem Kompass… Wahrscheinlich habe ich nicht alles kappiert… Aber der Ansatz hebt sich doch nicht wirklich ab vom westlichen Projektmanagement. Selbst wenn mit dem Dreagon Dreaming das Träumen (wir würden sagen, jedem Ziel geht ein Traum vorraus), als wesentliche Energiequelle, hinzukommt. Es bleibt im Beschreiben recht abstrakt. Vorwiegend ist es – Methode, Methode, Methode… Und was grundsätzlich fehlt: was ist ein Projekt? Okodorf oder wir sind bewusst kein Projekt, da nicht auf ein festgelegtes Ende begrenzt!!! (an wen richtet sich der Kompass?) Auch die Ernte ist sehr westlich gedacht… Ernte meint nicht nur das Selbstgeschaffene zu ernten / zu feiern… Wir meinen, das hier gerade das gute Leben reflektiert wird..: unsere zweite Hälte als Menschsein zu leben… Statt Homo Faber als Weltgestalter zu sein meint es die Seite der Widerfahrnis, des Empfangens. Ob wir etwas vom Gegenüber empfangen können, bestimmen wir nicht. Doch wenn uns ein Geschenk in unsere empfangende Haltung gelegt wird, haben wir Nahrung (Anerkennung, Brennstoff) etc.
    Sorry, aber irgendwie erlebe ich Euch Herzwiesenhafter als tendenziel blutleere Beraterinnen… Wir können darüber gern lukkulisch salonieren – sei aus dem aktuellen Bärlauchreich himmlisch gegrüsst
    Veit Urban
    (Land.Leben.Kunst.Werk. e.V.)

    • eva7linden sagt:

      Lieber Veit,
      spannend, gerade während Du das geschrieben hast, habe ich unserer französischen Freiwilligen den Unterschied zwischen „ernten“ und „sammeln“ erklärt. Und Du hast recht, in dem Ernte-Aspekt steckt vor allem das Selbstgeschaffene.
      Ich denk da mal drüber nach.
      Und wenn Du mich bei Gelegenheit noch aufklärst, was „ich erlebe Euch Herzwiesenhafter als tendenziell blutleere Beraterinnen“ bedeuten soll, freue ich mich. Weiß nicht, ob ich es je mal in Euren Salon nach Quetzdölsdorf schaffe … Alles Liebe vom Norden Sachsen-Anhalts in den Süden! Eva

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