Ernte

.Oft brennen Projektengagierte schnell aus, da Projekte starken Einsatz fordern und nicht immer viel „zurückkommt“. Das Themenfeld Ernte richtet die Aufmerksamkeit auf die Frage, wie wir aus dem, was wir getan haben, Kraft bekommen, schöpfen oder weitergeben können, sowie auf die Frage, was wir verändern sollten.

Zur Ernte gehört das bewusste Feiern des Erreichten, die Analyse, was gut lief und wo es noch Verbesserungsoptionen gibt. Sie betont bewusst das Positive und sieht in den Aspekten, die schlecht liefen, eine Lernchance. Diese Art der Integration von Feedback ist eine der ganz wesentlichen Aspekte von gemeinschaftlicher Projektentwicklung. Auch die kleinen Erfolge wahrnehmen und bewusst feiern, mit einem kleinen Moment des Innehaltens, ein Anstoßen auf diesen Realisierungsschritt. Auch Fehler können “gefeiert” werden, indem man die Lernchance, die darin steckt, ganz bewusst anspricht, ohne jemand für den Fehler zu tadeln, sondern in dem Bewusstsein, dass die Erfahrung uns etwas für die Zukunft lernen lässt.

Der Schritt „Ernte“ umfasst das Lernen aus den Erfahrungen. Er schlägt die Brücke zu einer weiteren Runde der Projektentwicklung, in der die Erfahrungen integriert werden.

Wertschätzung stärkt Gemeinschaft und Individuen

Ein ganz wichtiger Bereich, in dem die „Ernte“ auf die Bereiche „Individuen“ und „Gemeinschaft“ zurückwirkt, ist die Wertschätzung. Zur Ernte gehört es, die Beiträge aller wertzuschätzen. Die Beiträge, die Menschen leisten, werden im allgemeinen viel zuoft für selbstverständlich gehalten. Meist sprechen Projektaktive vor allem über das, was gerade nicht gut läuft. Gerade in Projekten mit viel Ehrenamt wird von den sehr Aktiven meist vorausgesetzt, dass andere es ähnlich machen. So wird eher moniert, dass zuwenige sich beteiligen, als dass die Beiträge, die geleistet wurden, gewürdigt werden. Daher ist die Wertschätzung jedes Beitrages ein ganz elementarer Teil der Ernte und jeder gemeinschaftlichen Projektentwicklung.

Auch Fehler kann man feiern. Sie zeigen uns, dass die Menschen etwas versucht haben, und bieten Lernchancen für alle, den nächsten Anlauf erfolgreicher durchzuführen.

Viel zuoft vergessen die Aktivisten das Ernten. Aber Menschen brennen aus, wenn sie sich engagieren, und dafür als Reaktion vor allem hören, was sie nicht getan haben. Die explizite Wertschätzung für das Engagement jedes und jeder Einzelnen ist ein wichtiger Aspekt der Ernte, der sehr stark zum Gelingen eines Projektes beiträgt.

Durch den Aspekt des „Feierns“, der Wertschätzung, der Würdigung, trägt die Ernte wesentlich zu einem positiven Gemeinschaftsklima bei und beugt dem Burn-out von Aktivisten vor.

 

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